Adieu!
Abschied von der aktiven Imkerei - und ein neuer Blick auf die Bienen!
Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen: Ich überdenke aktuell meine Bienenhaltung grundlegend und ziehe in Erwägung, die aktive Imkerei ganz zu beenden. Dieser Schritt ist das Ergebnis eines längeren inneren Prozesses, über den ich hier offen schreiben möchte.
Meine Zeit mit den Honigbienen war von vielen schönen, lehrreichen und berührenden Momenten geprägt. Ein Bienenvolk durch das Jahr zu begleiten, Einblicke in dieses hochkomplexe soziale Gefüge zu bekommen und die Früchte dieser Arbeit zu ernten – das alles hat mir Freude gemacht. Diese Erfahrungen bleiben wertvoll für mich.
Gleichzeitig hat sich meine Sicht auf die Bienenhaltung in den letzten Jahren verändert. Einige gängige Praktiken stehen für mich zunehmend im Konflikt mit meinem persönlichen Verständnis vom respektvollen Umgang mit Lebewesen. Das Töten oder Abdrücken einer Königin fällt mir schwer. Auch den Einsatz von Behandlungsmitteln sehe ich kritisch. Während der Schwarmzeit fehlt mir oft die Zeit und Ruhe für wirklich sorgfältige Durchsichten. Und das Entfernen von Schwarmzellen – also das Beenden gerade entstehenden Lebens – beschäftigt mich sehr.
Hinzu kommt, dass mein Interesse an der klassischen Imkerei insgesamt nachgelassen hat. Die Diskussionen um Nahrungskonkurrenz zwischen Honig- und Wildbienen sowie die kritischen Stimmen aus dem Naturschutz nehme ich ernst. Vieles davon ist gut begründet und regt zum Nachdenken an. Für mich wird immer deutlicher: Entscheidend sind vor allem vielfältige und intakte Lebensräume.
Ich frage mich daher zunehmend, wie ein Engagement für Bienen und Bestäuber aussehen kann, das sich für mich stimmig anfühlt. Derzeit zieht es mich stärker zu den Wildbienen, zu heimischen Wildblumen und zum Erhalt von Lebensräumen. Dort sehe ich eine Aufgabe, die meinem Verständnis von Naturschutz sehr nahekommt.
Dieser Schritt ist kein Abschied von den Bienen – eher eine Veränderung meines Blickwinkels. Die Faszination für diese Tiere bleibt. Nur die Form meines Engagements wandelt sich.
Ich bin dankbar für die Zeit mit den Honigbienen, für alles Gelernte und Erlebte. Und ich wünsche allen, die weiterhin imkern, Freude, Achtsamkeit und ein gutes Gespür für das Zusammenspiel von Bienen und Natur.
Am Ende geht es doch um dasselbe Ziel: eine lebendige Natur und eine Zukunft für unsere Bestäuber.